24.04.2019

Zur Diskussion um die Erhaltung des Rangsdorfer Sees BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in der Rangsdorfer Gemeindevertretung

Es gibt selten einfache Antworten auf komplexe Probleme, oder um es mit Harald Martenstein - Redakteur des Tagesspiegel - zu sagen: "Die beste einfache Antwort auf ein kompliziertes Problem hat Douglas Adams in dem Roman 'Per Anhalter durch die Galaxis' gegeben. Die Antwort auf die Frage nach dem Sinn von allem laute '42', das ist bis heute die beste Antwort, die ich kenne." (Zeitmagazin Nr. 20/2016)

Das Timing passt: Kurz vor der Kommunalwahl nimmt ein Thema wieder Fahrt auf, das alle berührt: Bürgerinnen und Bürger des Ortes, Besucherinnen und Besucher, Naturschützer, Vogelkundige, Fischer, Seegrundstückbesitzende, Gewerbetreibende, Hoteliers und nicht zuletzt auch Politikerinnen und Politiker.

Auch der Rangsdorfer Bürgermeister hat das Thema gern aufgegriffen, wollte einen eigenen Beitrag leisten und hat zu einer Versammlung ins Rathaus eingeladen (s. MAZ vom 16.04.2019). Dort wurde ein großer Teil der langen Geschichte rund um die Frage erzählt, ob und durch welche Maßnahmen die Verlandung des Sees zu verhindern sei und der derzeitige Stand wurde festgehalten.

Fazit: Einmal mehr wurde klar, wie komplex das Ganze ist und wie wenig mit den bisherigen Bemühungen erreicht wurde.

Da sind über Jahre zahlreiche Studien durchgeführt, massenhaft Daten erhoben und - vermutlich weil immer wieder auf halber Strecke das Geld ausgegangen ist - unvollständig ausgewertet worden. Anträge wurden gestellt und wieder wurden Teams vor Ort aktiv und wieder wurden Daten erhoben. Und - auch wenn das niemanden tröstet - es geht nicht nur um den Rangsdorfer See. Ganz Brandenburg ist aufgrund seiner geologischen Beschaffenheit voll von Gewässern, schön anzuschauen und natürlich erhaltenswert. Laut www.seen.de gibt es über 1.700 Seen in Brandenburg, einige von Menschen gemacht, aber die meisten das Produkt eiszeitlicher Entstehung.


Selbstverständlich hat unser Rangsdorfer See eine wichtige Funktion für unsere Gemeinde und die Region. Der See ist die Basis für den Bestand der umliegenden Natur- und Landschaftsschutzgebiete sowie des EU-Vogelschutzgebietes. Hier lassen sich Anforderungen an den Natur- und Umweltschutz mit einem ökologischen und nachhaltigen Tourismus kombinieren. So liegt der Vorschlag nah, einen Beobachtungsturm am Strand zu errichten, Informationsveranstaltungen und geführte Touren durchzuführen. Sanfter Tourismus kann sich auch mit den Interessen der Fischerei und der Gastronomie am See verbinden. Die Attraktivität des Rangsdorfer Sees als Naherholungsort und Anziehungspunkt für Bürger und Besucherinnen unserer Gemeinde sollte auch für zukünftige Generationen erhalten bleiben.

Dass der See zur Verlandung tendiert, ist unschwer zu erkennen. Nicht zuletzt durch den trockenen Sommer im vergangenen Jahr hat er messbar an Tiefe verloren. Und die aktuellen Prognosen lassen für dieses Jahr Ähnliches vermuten. Den See in einer Qualität zurück zu gewinnen, die er in den 1930er Jahren hatte, als das Strand-Casino eröffnet und das Strandbad ausgebaut wurde, ist leider ein Wunschtraum. Glaubt man den Prognosen derjenigen, die sich mit dem Phänomen wissenschaftlich beschäftigen, wird die Verlandung des Sees auf lange Sicht nicht zu verhindern sein. Aber vielleicht lässt sich dieser Prozess noch verlangsamen und die Wasserqualität verbessern. Dazu muss herausgefunden werden, woher die Schadstoffe stammen, die das Wasser noch immer belasten. Die relevanten Daten müssen seriös ausgewertet werden. Erst dann kann entschieden werden, welche Maßnahmen tatsächlich helfen können und dabei ökologisch vertretbar und finanzierbar sind.

Auch wir als Grüne werden selbstverständlich dran bleiben und uns dafür einsetzen, dass das Mögliche getan wird. Aber eine einfache Lösung gibt es selten, "42" ist es jedenfalls nicht.

Christina Thomas + Matthias Gerloff

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in der GV Rangsdorf



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